Filmen mit der DSLR - Tips & Tricks Zurück zur Tutorial Übersicht Ich will in diesem Bericht auf die Funktionen und Vorteile des Filmens mit Digitalen Spiegelreflex-Kameras eingehen. Da es dazu viel zu sagen gibt werde ich den Bericht immer wieder erweitern. Einführung: Digitale Spiegelreflex-Kameras, kurz DSLRs, (Digital Single Lens Reflex) machen mittlerweile nicht mehr nur hervorragende Bilder sonder sind immer mehr auch zu beeindruckenden Videos fähig. War die Videofunktion früher nur ein Gadget ist es mittlerweile so, dass selbst in Hollywood diese kleinen Kompakten Fotogeräte als Film- Kamera eingesetzt werden. Der große Vorteil gegenüber einer Videokamera ist zum einen die Chipgröße die es auch in schlechtesten Lichtverhältnissen noch möglich macht Kinoreife Bilder zu erzeugen und zum anderen die Möglichkeit Objektive zu benutzen. Dies sorgt für die allseits beliebte Tiefenunschärfe die auch große Hollywood-Kameras erzeugen und die Möglichkeit die Tiefenschärfe zu verlagern, sprich man kann in seinem Film durch diese Unschärfe das Geschehen auf die scharfgestellten Personen oder Objekte legen. Vielleicht noch ein Beispiel, bei der Serie Dr. House wurde zB das Staffel-Finale mit einer Canon 5D MK2 gedreht, eben aufgrund der Optik und der schnellen Bedienung. HIER GEHTS ZUM VIDEO Pro und Kontra für DSLR-Kameras: Pro: - Full HD - Große Chips sorgen für gute Aufnahmen, auch bei schlechtem Licht - Durch die Nutzung von Objektiven sehen die Videos wirklich Kinomäßig aus - Trotz des genialen Bildes sind sie klein und Kompakt - Neuere Modelle lassen sich 100% Manuel einstellen - Macht auch gleich noch Top Fotos - Preislich stehen sie einem Camcorder kaum nach - Manche Kameras beherrschen 50 oder 60 Bilder pro Sekunde, sehr gut für Zeitlupen - Anschlüsse für externe Mikros Kontra - Focus wird nicht automatisch mitgeführt - Durch die CMOS Chips entshet der Roling Shutter Effekt (Youtube Video) - Ältere Modelle filmen nur mit 30 Bildern pro Sekunde, sehr ungünstig zu bearbeiten und noch schlechter für das Abspielen auf einem PAL Gerät - Meistens nur Mono Ton - Manche Geräte nur 720p - Hörbarer Autofokus - Kein Bildstabilisator Um einmal mehr auf die Kontrapunkte einzugehen: Bei einem normalen Camcorder schaltet man ein, richtet die Cam aufs ziel und drückt Aufnahme. Die Camcorder stellen das Bild automatisch scharf. Bei einer DSLR ist der Workflow anders. Gerät einschalten, Objekt anvisieren und dann entweder manuell oder per Autofokus-Taste scharfstellen. Während des Filmens ist erneutes Scharfstellen nur schlecht möglich bzw sieht man als Flackern und Unscharf werden auf dem Video. Bewegt sich also ein Objekt auf den Filmer zu oder weg ist dieses Objekt nach kurzer Zeit nicht mehr scharfgstellt, es sei denn man führt den Fokus manuell mit was einiges an Gefühl abverlangt, aber durch externe Hilfsmittel erleichtert werden kann. Dazu später mehr. Der Workflow ist also für den geneigten Hobbyfilmer der aus dem Camcorder-Lager kommt eine große Umstellung. Die Herangehensweise ist allerdings auch mehr Film- Like als Video-Like. Bei großen Hollywood-Kameras muss dieser Aufwand ebenso betrieben werden. Das Wiederum ist eigentlich zwar viel mehr Arbeit, fordert vom Filmer aber auch viel mehr Vorbereitung und Einarbeitung der Szenen was sich keinesfalls schlecht auswirkt und ergo auch zu besseren Bildern führt, von der Kinofilm-Optik mal abgesehen. Um nicht alle gleich mit den Nachteilen zu überfahren, mal ein Beispiel wie gut solche Bilder aussehen: Diese Bild stammt von Testaufnahmen zu einer neuen Filmlocation meines neuen Films. Es wurde keine extra Beleuchtung eingesetzt. Dazu gab es auch gleich einen Test für die Farbkorrektur: Man beachte die Unschärfe im Hintergrund. Diese Aufnahmen wurden mit dem beiliegenden Objektiv meiner Kamera gemacht, dem sogenannten Kit-Objektiv. Hierzu legen die Hersteller oft ein universelles Objektiv bei, das weitwinklig arbeiten kann aber auch reinzoomen kann. Dieses hatte 18-55 mm Brennweite. 18mm Ist schon recht weitwinklig, 55mm ist reingezoomt. Die Lichtausbeute dieses Objektivs ist allerdings nicht sehr groß. Die "Blende" geht nur bis 3.5 herunter. Je tiefer die Blendenzahl desto mehr Unschärfe bekommt man in den Hintergrund und je besser funktionieren Aufnahmen in schlechtem Licht. Ein Objektiv mit Blende 1.8 oder gar 1.4 ist auch Nachts noch gut zu gebrauchen da die Blende des Objektivs mehr Licht auf den Chip durchlässt. Die Blende wird in der Kamera geregelt, die Blendenzahl des Objektivs gibt nur an wie weit ich das im Kamerasetup herunterschrauben kann. Die Kamera erkennt das aufgeschraubte Objektiv und lässt sich dann in dessen Möglichkeiten einstellen. Andersrum: in extrem hellen Szenen in der Sonne muss man die Blende nach oben stellen, oft in den Bereich 16, 18 oder sogar 20 um nicht zu überzubelichten. Bei dieser Methode geht allerdings die Tiefenunschärfe verloren, je weiter ich nach oben regeln muss, desto weniger hab ich vom Kinolook. Auch dem kann man entgegenwirken in dem mal einen ND Filter aufschraubt. Dieser ist eine Sonnenbrille für das Objektiv. Das Bild wird dunkler und ich kann die Blende wieder mehr nach unten schrauben um mehr Unschärfe zu bekommen. Klingt alles sehr technisch und kompliziert, allerdings ist das die ganz normale Vorgehensweise in der Fotografie genauso wie bei Hollywood Film-Kameras oder ihren günstigeren Pendants ARRi oder Red. Ein weiterer Knackpunkt ist der fehlende Bildstabilisator - die DSLRs haben bis jetzt noch keinen und wer ein stabilisiertes Objektiv sein eigen nenn kann bei fast allen sicher sein, dass diese Stabilisierung auf normale Fotos ausgelegt ist. Zwar bringen diese IS Objektive (Image Stabilized) auch beim filmen etwas - wer aber einen Camcorder mit optischem Stabi sein eigen nennt wird es schlechter haben mit einer DSLR. Wieder ein Nachteil? Ich sage NEIN! Wie schon oben erwähnt geht man anders ans das Filmen heran - schnelle Aufnahmen aus der Wackelhand sieht man bei Amateuren eh zu oft. Mit einem Stativ (auch ein Schulterstativ wirkt schon Wunder!), einer Steadycam, einem Kamerakran oder einem Cineglider sehen die Bilder nicht nur gleich viel professioneller aus, die Handhabung des Kamera wird auch um einiges erleichtert. Also, Stative, egal in welcher Form sind Pflicht. Wer es ganz genau nehmen will kann sich zB ein Rig gönnen. Diese Rigs werden weltweit im Profi Einsatz benutzt, dienen als Schulterstativ und bieten die Möglichkeit mehrere Zurüst-Teile der Kamera ebenfalls daran zu befestigen.